Corona-Abstriche Herbst/Winter 2021/2022

Sog. Corona-Abstriche

 

Die Anzahl an COVID-19-Abstrichen täglich nimmt wieder zu. Trotz Streichung des Bonus für sog. Abstrichpraxen, führen wir auch weiter Abstriche bei symptomatischen Patientinnen und Patienten für externe Kolleginnen und Kollegen durch, die z.B. aus baulichen Gründen dazu nicht in der Lage sind. Der organisatorische Aufwand ist beträchtlich. Diese Abstriche und besonders Kommunikation der Ergebnisse, Aufklärungen, wiederholte Rückfragen bzgl. Quarantäne, Isolation, Kontakte, Risiken, Verhalten, Arbeitsplatz, Kindergarten usw. kosteten sehr viel Zeit. Diese Zeit mussten wir in der Basisversorgung unserer Patientinnen und Patienten einsparen. Auch für die eigene Familie bliebt deutlich weniger Zeit.

 

Wir werden unsere Abläufe jetzt anpassen müssen, damit nicht ein weiterer Winter dazu führt, dass die eigentliche Patientenversorgung erneut stark leidet. So halten wir den sog. Pandemie-Kollateralschaden niedriger.

 

Abstriche sollen rasch nach Erstsymptome erfolgen, sind aber kein Notfall. Anmeldungen aktuell via Praxis-Telefon 04283 - 8801.

 

Abstriche bei Menschen ohne Symptome und ohne COVID-19-Risikokontakte für Reha-Aufenthalte z.B. können in der eigenene Hausarztpraxis gemacht werden, da von keinem erhöhtem Risiko auszugehen ist als bei der Versorgung von anderen Patientinnen udn Patienten.  Individuelle direkte Absprachen mit Kolleginnen und Kollegen sind selbstverständlich möglich. Für Reisen siehe z.B. www.testzentrum-zeven.de. 

 

Bei morgendlichen Abstrichen ist bitte auf Pünktlichkeit zu achten. Wiederholt habe ich im letzten Herbst/Winter hier ab 06.00 Uhr bereit gestanden und Menschen sind deutlich verspätet erschienen, teilweise gar nicht. Bei Anfahrten aus Zeven usw., rechnen Sie genügend Zeit ein. Die Navigationsgeräte und Google können Ihnen Streiche spielen. Geben Sie besser "Lerchenweg" in "27412 Tarmstedt" ein, statt "Cloppenburger Straße", um Fehlleitungen zu vermeiden.

 

Bitte haben Sie Ihre Versichertenkarte und Ihre Telefonnummer parat! Wir überprüfen dieses stets, denn wenn etwas schief läuft, liegt es meist an einem Telefonnummern-Zahlendreher. Bei der Telefonnummerabfrage kam es wiederholt zu deutlichen Verzögerungen: langes Suchen auf dem Mobiltelefon nach der eigenen Nummer, Zurücklaufen zum Auto usw. Haben Sie bitte diese zwei Dinge parat. Die Telefonnummer vorsichtshalber zuhause schon auf einen Zettel schreiben und hier in der Hand halten, da viele Menschen ihre eigene Telefonnummer in der Aufregung zu vergessen scheinen.

 

Bei Abstrichen für externe Kolleginnen und Kollegen werden wir uns auf dem Abstrich, orientierende klinische Einschätzung des Gesundheitszustandes (Allgemeineindruck, Atemfrequenz usw.) und die essenziellen Aufklärungsinformationen beschränken. Das Ergebnis schicken wir bei Übermittlung des Labors direkt an die Kolleginnen und Kollegen. Wir werden nur noch in Ausnahmefällen die spätabendlichen Telefonate führen, um die Ergebnisse mitzuteilen. Wir empfehlen die Installation der sog. Corona-App des RKI, sodass Sie die Ergebnisse rasch direkt bekommen (nötig: sog. Smartphone sowie Zustimmung der Datenübermittlung). Auch Ausstellung von ggf. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Kopien der Testergebnisse, Nachweise für die Schule usw. bitte dann über Ihre Hausarztpraxis. Selbstverständlich sollen Sie mit Symptomen nicht dort in der Praxis erscheinen, sondern telefonisch Dinge vorab besprechen. Auch die medizinische Weiterversorgung z.B. Rahmen eines drohenden schweren Infekts, Risiko einer sich entwickelnden Lungenentzündung, telefonische Kontrollen bei besonders positivem Ergebnis und Abwarten des Verlaufes zuhause (besonders bei Ungeimpften ist die Beobachtung des weiteren Verlaufes wichtig) wird über Ihre Hausarztpraxis laufen müssen. Für unsere eigene Patientinnen und Patienten bleibt es wie gehabt. Aber auch bei den Nicht-Geimpften dieser Praxis werde ich die sehr umfangreiche Betreuung im Falle eines Falles wie zuvor nicht aufrecht erhalten können, wenn ich dadurch Zeit in der Basisversorgung meiner akut und chronisch Nicht-COVID-19-Patienten einsparen muss. Diese ggf. notwendige Triagierung, abhängig von der Arbeitslast, ist mir aus Klinikszeiten gut bekannt. Jeder hat das Recht sich nicht impfen zu lassen, muss aber auch die Konsequenzen für diese individuelle Entscheidung tragen. Die medizinische Grundversorgung bleibt selbstverständlich erhalten. Unterstützung aber, die über das übliche Maß einer hausärztlichen Versorgung hinausgehen, wie Hilfestellung bei Kontakt mit dem Gesundheitsamt, dem Arbeitgeber, der Schule, Rückfragen von besonderen Konstellationen im Freundeskreis und der Familie usw. wird eingeschränkt werden.  

 

Es wird vorerst keine Samstagsabstriche mehr geben, diese werde ich nur noch in Ausnahmefällen machen. Im letzten Herbst/Winter habe ich dies regelmäßig durchgeführt, teilweise auch sonntags und die Laborproben dann selbst nach Bremen gefahren, um ein schnelles Ergebnis zu erhalten (SARS-CoV2 "arbeitet" auch am Wochenende). Dies werde ich jetzt nicht mehr machen mit Rücksicht auf meine Familie und die eigene Gesundheit und Stimmung.

 

Jeder hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen und damit das Risiko für COVID-19 deutlich zu senken. Für vollständig Geimpfte ist ein positives Corona-Ergebnis wichtig bzgl. Isolation, Kontaktverfolgung etc. Die gesundheitlichen Risiken treten in den Hintergrund, da bei vollständiger Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion a) deutlich unwahrscheinlicher ist sowie b) schwere Verläufe so gut wie nicht mehr vorkommen. Absolute Ausnahmen bestätigen die Regeln, werden natürlich überproportional kommuniziert.

 

Bringen wir diesen Ausbruch so schnell es geht zuende. Unsere Aufgabe ist es, lokal für eine verbesserte Situation zu sorgen. Die Pandemie wird auch lokal bekämpft. Verlieren wir dabei aber nicht den Blick auf den Rest der Welt. Wir sollten versuchen, jeden COVID-19-Fall zu vermeiden. Jeder leichte COVID-19-Fall macht mehr Arbeit, als sich viele Menschen vorstellen können und behindert die Versorgung anderer Patientinnen und Patienten. Jeder COVID-19-Patient, der im Krankenhaus beobachtet und ggf. behandelt wird, kann dazu führen, dass ein Rettungsdienstteam beansprucht wird mit anschließender aufweniger Reinigung des Gefährts, belastet die Versorgung in der Notaufnahme, hält Krankenhauspersonal davon ab, sich um anderen Menschen zu kümmern, führt zu gesperrten Patientenbetten / teilweise Einzelisolierung im Zwei- und Dreibettzimmer, belastet das fleißige und chronisch überlastete Krankenhauspersonal und erhöht das Risiko, dass engagierte und kompetente Krankenhausmitarbeiter in andere Berufe abwandern, usw.

 

Man kann keine COVID-19 sicher verhindern. Jeder Mensch kann aber mithelfen, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und der daraus auch resultierenden Belastung für die Allgemeinheit zu senken.     Danke!