Impfdosen verwerfen?!

Am 13.07., 15.07, 27.07., 28.7. und am 29.7. 2021 sind weitere zweite Astra-Impfungen für Menschen über 60 geplant. Die zu Impfenden haben die Termine bei der Erstimpfung von uns auf kleinen Zetteln erhalten. 

 

Einige der bereits fest eingeplanten Zweitimpflinge für diesem Monat wünschen sich jetzt auch den Wechsel von Vaxzevria/AstraZenca zu COMIRNATY/BioNTech. Dies ist verständlich, logistisch aber sehr schwierig und wird nur möglich sein, wenn wir Termine verschieben und Impfstoffdosen wegwerfen. Dies hat folgenden Grund:

 

Bei den Pfingstimpfwochenenende sind wir flexibler aufgrund der hohen Anzahl von Impflingen. Am Ende wird es ein Vial geben, das noch recht voll ist mit z.B. 4 von 10 Impfdosen. Am Ende des Tageswerden wir wie bei letzten Male die Telefone in die Hand nehmen und Menschem auf den letzter Drücker mobilisieren, um keine Dosis wegwerfen zu müssen.

 

Bei den recht kleinen Impfaktionen am 13.07., 15.07, 27.07., 28.7. und am 29.7. 2021 bei laufender Praxis ist dies nicht so einfach möglich. Wir haben 10er-Vials und wenn drei Menschen nicht erscheinen, weil sie COMIRNATY wünschen, werden die drei AstraZeneca-Dosen vermutlich im Müll landen. Auch werden wir den drei Menschen an dem Tag kein COMIRNATY anbieten können, da eine COMIRNATY-Vial 6 Dosen hat und wir auf keinen Fall auch noch COMIRNATY-Impfstoff wegwerfen.

 

Was können wir machen? Erst einmal kann sich jeder noch einmal überlegen, ob er nicht doch damit weitermacht, wie wir es begonnen und besprochen haben. Also zwei Mal Vaxzevria von AstraZeneca, wie schon über 2 Millionen Menschen schon vor ihnen in diesem Land. Zwei Mal Vaxzevria von AstraZeneca gibt einen guten Schutz!

 

Dieses pragmatische Vorgehen würde uns unsere Arbeit sehr viel einfacher machen und Impfstoff sparen. Die Organisation dieser Impfung ist schwieriger, als viele vermuten und die verlorene Zeit muss irgendwo eingespart werden. Als nächste Möglichkeit können Imfpstoff-Wechsler der o.g. kleinen Termine versuchen extern einen Zweittermin zu bekommen. So handhaben es einige Praxen. Ansonsten müssen wir für diese aktuell wenigen Wechsler noch eine weitere Warteliste anlegen und erst wenn die voll genug ist, telefonieren wir erneut rum und laden zu einem weiteren Termin ein. Dies wird dann möglicherweise sogar später sein als der geplante Termin, was dann über die 12 Wochen Abstand hinausgeht. Dies kann dann auch Nachteile mit sich bringen.  Erstens bekämen Sie erste später den Vollschutz. Immunologisch ist dieser große Abstand nicht (gut) untersucht. Ich gehe fest davon aus, dass auch ein Abstand von 15 Wochen einen guten Schutz gibt. Aber möglicherweise gilt man dann sogar also nicht vollständig geimpft nach offiziellen Standards.

 

Insgesamt ist dies alles sehr aufwendig und kompliziert und ich verstehe, wenn Kolleginnen und Kollegen kategorisch diese Wechselei in den nächsten Wochen ablehnen. Wir wären sehr dankbar, wenn wir es in diesen Fällen bei der ursprünglichen Vorgehensweise belassen könnten. Das wäre PPP = Pragmatisches Pandemie Prozedere. Wir sind aber auch (noch) bereit, ein weiteres Mal in den Sauren Apfel zu beißen.

 

Ganz wichtig:

auf keinen Fall ist es möglich am geplanten zweiten Impftag anzukommen und dann spontan COMIRNATY zu verlangen!

 

Details müssen vorher besprochen werden. Also: wer die zweite Impfung mit Vaxzevia von Astra-Zeneca möchte, muss gar nichts machen. Wenn aber ein Wechsel gewünscht ist bei unseren "kleinen Terminen" am 13.07., 15.07, 27.07., 28.7. und am 29.7. 2021muss alles vorher via E-Mail angefragt werden. Sollte jemand hier am Tag der Impfung stehen und überraschenderweise COMIRNATY verlangen und Vaxzevria kategorisch ablehnen, müssten wir den Menschen dann leider ungeimpft nach Hause schicken und den Astra-Impfstoff verwerfen. Das wäre sehr schade.

 

Weil die STIKO alle -vom Landarzt bis zum Gesundheitsminister- mit einer m.E. nach Schnellschuss-Empfehlung überrascht, heisst es nicht, dass alle Impfungen automatisch sofort umgestellt werden und man sofort Anspruch darauf hat. Es bleibt in den nächsten Wochen einiges wie es ist. Wir reißen nicht das Ruder hart um und riskieren eine Halse, die unseren kleinen Kahn gefährdet, sondern wir richten die Segel neu aus und passen den Kurs an, um das Ziel zu erreichen. 

 

Also bitte allen weitersagen:  Die besprochenene Impftermine und Impfstoffe bleiben wie wie sie sind. Wer einen Impfstoffwechsel wünscht, muss uns darüber rechtzeitig informieren und auch die Unannehmlichkeiten wie einen neuen, ggf. späteren Termin in Kauf nehmen.

 

Wir tun, was wir können. Danke!