AstraZeneca-Impfstoff

Die STIKO empfiehlt den AstraZeneca-Impfstoff nun für Menschen über 60 Jahre. Für Jüngere ist er aber nicht kontraindizert, kann also bei Wunsch verimpft werden. Selbstverständlich werden wir uns an die Vorgaben halten und entsprechend STIKO beraten Die Situation werden wir weiter beobachten. Wie mit der Zweitimpfung umzugehen ist von bereits einmal geimpften Personen (wie die meisten Mitarbeiter unser Praxis), ist noch unklar. Die STIKO wird sich in den nächsten Wochen dazu äußern.

 

Insgesamt hoffe ich stark, dass wir keine Zeit haben werden, in der wir ausschließlich den AstraZeneca-Impfstoff zur Verfügung haben. Sicherlich würden in diesem Fall viele Menschen den Impfstoff kategorisch ablehnen. Eine nicht durchgeführte Impfung stellt aber ein sehr viel höheres Risiko dar, als eine AstraZeneca-Impfung. Der Impfstoff wird leider schlechtgeredet. Ich befürchte, dass die ganze Diskussion um diese sehr seltene Nebenwirkung einen großen Schaden anrichtet. Wir verlieren die großen Risiken wieder aus den Augen. Es fühlt sich an wie bei einem recht kleinen Leck an der Bordwand, auf das alle starren, während der Schiffsrumpf weiter droht aufzureißen.

 

Wie bereits von mir weiter unten vermutet, unterliegen die Beobachtungen sicherlich auch einem jetzt zunehmenden Selektions-Bias. Kopfschmerz nach AstraZeneca führt häufiger zur Vorstellung beim Arzt und zu weiterer Diagnostik. Unten schrieb ich bereits "Wer suchet, der findet."  Ich erinnere an die Jahre, als Rinderwahnsinn die Schlagzeilen bestimmte. Im Rahmen der BSE-Phase stieg die Diagnosezahl der vCreutzfeld-Jakob-Erkrankung deutlich an. Dies war nicht alleine auf ein erhöhtes Risiko zurückzuführen, sondern auch auf eine massive Zunahme der entsprechenden Diagnostik.

 

Wir beobachten weiter und ich bin gespannt, wie wir in zehn Jahren darüber reden werden. Dass sich die Datenlage immer wieder ändert ist kein Zeichen eines Chaos, sondern Teil eines Ausbruchs und spricht für die Qualität des Umgangs mit den Daten.

 

jetzt zum Schluss noch eine Nachricht mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

Heute hatte Paul S., Medizinstudent aus München, seinen letzten Tag bei uns. Nachdem wir Lisa R. aus Graz, Medizinstudentin an der Charité, für zwei Monate bei uns hatten und allesamt begeistert waren, hat uns die Zusammenarbeit mit Paul S. auch enorm viel Freude bereitet. Es ist großartig, motivierte junge angehende Ärztinnen und Ärzte hier zu haben. Die beiden konnten sehr viel lernen und haben uns bei der Arbeit geholfen. Zuletzt hat Paul S. dafür gesorgt, dass wir IT-technisch einen Quantensprung hingelegt haben. Als Backup und für die Durchschläge sind die seit über 20 Jahren funktionstätigen Nadeldrucker dennoch vor Ort und werden erst entfernt, wenn sie den Geist aufgeben. 

 

Lisa und Paul, herzlichen Dank!